Gepflegte Langeweile

Den Klappentext möchte ich dem Leser ersparen, nur soviel: Mit Red Rabbit kehrt Tom Clancy zu den Anfangstagen seines (und meines) Lieblingshelden Jack Ryan zurück.

Die Handlung knüpft zeitlich direkt an Patriot Games an. Jack Ryan arbeitet wieder als Analytiker für die CIA und kommt durch die Informationen eines Überläufers einem Komplott auf die Spur. Und da fängt mein Problem mit dem Werk an: Als politisch halbwegs gebildeter Mensch ist einem der Ausgang des Buches bekannt, denn es HAT das Attentat auf Papst Johannes Paul II ja in der Tat gegeben.

Nun ist Clancy ja der Meister des spannenden Plots. Doch auch hier handelt es sich einmal mehr um ein Werk der Reihe "Der Meister denkt sich etwas aus und lässt seine Schüler schreiben". Was in mittelalterlichen Kunstschulen der großen Meister vielleicht funktioniert hat - Clancy versiebt die Auswahl seiner Co-Authoren einmal mehr. Entweder sucht er sich nur Luschen aus, die ihm nicht gefährlich werden können, als Meister des Faches dazustehen - oder er ist einfach kein Teamworker.

Denn Red Rabbit schleppt sich in gepflegter Langeweile durch 700 Seiten. Ab und zu ein Funken Spannung, der aber sofort erstickt wird - es könnte sich ja ein Brand entwickeln.

Als Fazit bleibt, dass ich noch nie so lange benötigt habe, einen Clancy durchzulesen - rund sieben Wochen. Danach habe ich ihn beiseite gelegt im Wissen, ein paar Euro zuviel bezahlt zu haben für ein äußerst mittelmäßiges Werk.

Geschrieben: Andriz

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Jack Ryan ist ein eingetragenes
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