{short description of image} Befehl von oben
Februar 1997
Hoffmann & Campe, ca 980 Seiten, 48.- DM

Eine einzelne japanische Boeing 747 zerstört das Capitol in Washington DC, als beide Häuser des Kongresses gerade zu einer gemeinsamen Sitzung zusammengetreten sind. Das politische Establishment der Vereinigten Staaten wird mit einem Schlag vernichtet (Siehe Ehrenschuld): Der Präsident und seine Frau, die Mitglieder des obersten Gerichtshofes, fast alle Senatoren und Abgeordneten sind tot. Top-Sicherheitsmann JAck Ryan, gerade zum Vize Präsidenten ernannt, muß die Amtsgeschäfte im Weißen Haus übernehmen und sieht sich von Anfang an zwei einflußreichen Gegnern gegenüber: seinem Vorgänger, der über einen Sexskandal zu Fall kam, und der Presse, die ihn beschuldigt, zu populistisch zu sein.
Und dies im Zeitalter äußerster Gefahr: zwischen China und Taiwan kommt es zum militärischen Konflikt, und - weit schlimmer noch - Iran setzt jetzt, da das politische Washington vernichtet scheint, alles daran, islamische Supermacht zu werden. Das fundamentalistische Regime unter Ayatollah Daryaei schickt seine "Armee Gottes" auf einen ERoberungsfeldzug gegen Saudi-Arabien und versucht zugleich, die Bevölkerung amerikanischer Millionenstädte mit dem durch die Luft übertragbaren Ebola-Virus zu infizieren.
Gut und Böse gibt es auch nach dem Kalten Krieg - der Kampf für das Gute ist mit raffinierter neuer Technologie sogar noch wesentlich gefährlicher geworden...
Soweit der Innentext des Covers.
Tom Clancy begibt sich auf das polische Parkett. Klar, wenn er seinen Helden schon zum US-Präsidenten macht, kann man sich nicht mehr nur mit Kleinigkeiten wie Weltkriegen und Sabotageakten rumplagen - jetzt geht es ans Eingemachte: Richterliche Verfügungen, Entscheidungen des Senats, Repräsentantenhauses, Gouverneure... wer dieses Buch durch hat, dürfte zumindest die Staatskundetests der US-Einwanderungsbehörde bestehen (vielleicht noch den Film Dave ansehen, dann klappt es bestimmt).
Kurzes Fazit: Das Buch ist dick, es ist gut, aber stellenweise anstrengend, was ja durchaus nichts negatives ist.
Und hier stimmen mir die e-mails des letzten Jahres im Großen und Ganzen zu.
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