Clancys Szenario und die Terrorwelle in den
USA
[ra, 14.September 2001]
Die Abstürze der Passagiermaschinen auf das World Trade
Center und das Pentagon lenkte die Aufmerksamkeit auf ein ähnliches
Szenario im Buch "Ehrenschuld".
In diesem Buch steuert ein japanischer Flugkapitän
nach der Niederlage Japans gegen die USA in einem fiktiven Konflikt
des Jahres 1996 in das Washingtoner Kapitol-Gebäude, wo sich
die gesamte Regierung, Senat und Kongress versammelt haben zur Siegesfeier
über das Land der aufgehenden Sonne.
Die Gegensätze zum realen Geschehen sind marginal:
Clancy schildert die Leichtigkeit, mit der ein entschlossener Mann
das Herz der USA treffen kann.
a.) Der Kapitän steuert seine 747 auf einem
regulären Flug nach Kanada. Auf dem kanadischen Flughafen liest
er die Schlagzeilen der Zeitungen, wonach am selben Abend eine Vollversammlung
des Kongresses, Senats und Regierung wg. der Ansprache des Präsidenten
stattfinden soll.
b.) Dort fälscht er Papiere, wonach Nippon
Airways eine Ersatzmaschine in London benötigen und lässt
sich einen Flugkurs geben sowie die Maschine randvoll tanken.
Noch vor dem Start tötet er seinen Kopiloten, die einzige Person
die ausser ihm an Bord ist.
c.) Kaum über dem Ozean steuert er zurück
nach Südosten, steuert über die Standard-Atlantikroute
Washington an. Dabei gibt es sich als KLM Maschine aus.
d.) Kurz vor Washington meldet er einen Triebwerksschaden,
und ändert den Kurs. Der neue Kurs bringt ihn über das
Zentrum der Stadt.
Er fliegt nun direkt Capitol Hill an.
e.) Zum Secret Service, der "Leibgarde"
des Präsidenten, gehört auch ein mit Stinger Luftabwehrraketen
bewaffneter Agent. Dies läuft der realen Einschätzung
konform, die ein Anschlag mittels einer kleinen einmotorigen Maschine
vorsieht (Einen derartigen Anschlag gab es vor vielen Jahren auf
das Weisse Haus. Die damaligen Schäden waren minimal, der Pilot
starb, als er seine Maschine gegen die Wand des Weissen Haus setzte).
Gegen eine anfliegende 747 wirkt die abgeschossene Stinger wie ein
Nadelstich. Hierbei eine weitere Unsicherheit: Der Sprengsatz der
Stinger hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit die Tragflächen
durchlöchert und die darin befindlichen Treibstofftanks entzündet.
Dies hätte zu einer sofortigen Explosion einer Tragfläche
geführt, zum Abkippen und sofortigen Absturz - noch vor dem
Ziel.
f.) Die fast vollgetankte Maschine kracht in das
Kapitol. Es handelt sich hierbei um geschichtetes Mauerwerk - die
Wände fallen zusammen wie Dominosteine. Der Treibstoff tritt
auf, entzündet sich binnen Sekunden. Explodierender Treibstoff
findet seinen Weg durch jeden Gang, jede Fuge - der Mittelteil des
Kapitols bricht sofort zusammen.
Clancy stellt hier klar, das es einer Ausbildung
bedarf um eine Passagiermaschine mit hoher Geschwindigkeit (ca.
700 km/h) auf ein relativ kleines Ziel zu steuern. Hierbei dürfte
der Anflug auf das World Trade Center wesentlich leichter ausgefallen
sein als der Sturz auf das Pentagon.
Die Pentagon Crew war also hoch qualifiziert oder
- wie vermutet - es handelt sich nur um einen fehlgeschlagenen Anflug
auf das Weisse Haus, das angeblich durch Flugabwehreinrichtungen
auf dem Dach des benachbarten Finanzministeriums gedeckt wird.
Milzbrand in den Vereinigten Staaten
Auch das 2. Horrorszenario Clancys, ein Angriff
mit bakteriologischen Waffen auf die USA scheint Realität geworden
zu sein - ein oder mehrere Idioten versenden Milzbrandbakterien
an Politiker, Journalisten.
Ein Angriff von aussen? Oder eine terroristische
Attacke von innen? Ziel sind derzeit wohl eher demokratisch-gesonnene
Personen - also kann man einen ultra-rechten Hintergrund nicht ausschliessen.
Nachtrag 14. Juni 2002
Eine DNA Untersuchung der Milzbrand-Bakterien lenkt
die Aufmerksamkeit der Ermittlungsbehörden zur Zeit auf einige
wenige Militärlabors in den USA.
Außer das die Ermittlungen unglaublich schlampig
geführt werden beweist dies vor allem eines: Die Feinde Amerikas
müssen nicht zwingenderweise von aussen kommen.
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